Musiker-Biografien
Der Blues ist keine Musik – er ist eine Lebensgeschichte. Jede Note, jeder Slide, jedes gebrochene Vibrato erzählt von echten Menschen, ihren Freuden, ihrem Schmerz und ihrem unerschütterlichen Willen, sich auszudrücken. Auf dieser Seite widmen wir uns den Biografien jener Männer, die das Genre geprägt haben – von den Sümpfen Louisianas bis zu den Clubs Chicagos, von den Juke Joints Arkansasas bis zu den Bühnen Europas.
Buddy Guy – Der König des Chicago Blues
George „Buddy" Guy, geboren am 30. Juli 1936 in Lettsworth, Louisiana, ist eine lebende Legende. Als Sohn von Sharecroppers wuchs er in ärmlichsten Verhältnissen auf und lernte Gitarre spielen, bevor er überhaupt lesen konnte. 1957 zog er nach Chicago – mit kaum mehr als seiner Gitarre und dem unerschütterlichen Glauben an seine Musik.
Was folgte, ist Bluesgeschichte: Buddy Guy spielte als Session-Gitarrist bei Chess Records, wurde der enge Weggefährte von Muddy Waters und Junior Wells und beeinflusste eine ganze Generation von Rockgitarristen – darunter Jimi Hendrix, Eric Clapton und Stevie Ray Vaughan. Sein Stil, expressiv, wild und zutiefst emotional, sprengte die Grenzen des Blues und legte den Grundstein für den modernen Bluesrock. Neun Grammy Awards und eine Kennedy Center Honors-Auszeichnung sprechen für sich. 1989 eröffnete er in Chicago den Club Buddy Guy's Legends, der bis heute eine Pilgerstätte für Blues-Fans aus aller Welt ist.
Son Seals – Der rohe Klang von Chicago's South Side
Frank „Son" Seals (14. August 1942 – 20. Dezember 2004) wuchs buchstäblich im Blues auf: Sein Vater betrieb einen Juke Joint namens Dipsy Doodle Club in Osceola, Arkansas. Mit 13 Jahren spielte Son bereits professionell – zunächst als Schlagzeuger bei Robert Nighthawk, später als Gitarrist. 1971 zog er nach Chicago, wo Alligator Records-Gründer Bruce Iglauer ihn im Flamingo Club entdeckte.
Seine Alben für Alligator Records gelten als Meilensteine des modernen Electric Blues: rau, direkt, ohne jede Kompromisse. 2009 wurde Seals posthum in die Blues Hall of Fame aufgenommen – eine längst überfällige Würdigung eines Mannes, der den Chicago Blues auf seine ureigenste Weise lebte und spielte.
Percy Strother – Stille Größe aus Minneapolis
Percy Lee Strother (23. Juli 1946 – 29. Mai 2005) ist vielleicht der Unbekannteste in dieser Runde – und gerade deshalb so faszinierend. Aufgewachsen in Mississippi, zog er in den 1960er Jahren nach Norden und wurde schließlich zur zentralen Figur der Blues-Szene in Minneapolis. Sein Debütalbum A Good Woman is Hard to Find (1992) erschien erst spät – doch es zeigte einen Gitarristen mit einer tiefen, reifen Stimme und einem Spielstil, der die Delta-Wurzeln niemals vergaß.
Popa Chubby – Blues mit New Yorker Schlagkraft
Ted „Popa Chubby" Horowitz (31. März 1960, Bronx, New York) beweist, dass Blues keine geografische Herkunft braucht – er braucht nur Seele und Leidenschaft. Mit 13 Jahren begann er am Schlagzeug, wechselte bald zur Gitarre und ließ sich von Jimi Hendrix, den Rolling Stones und dem klassischen Chicago Blues inspirieren. 1992 gewann er einen nationalen Blues-Talentwettbewerb und spielte beim Long Beach Blues Festival als Opener.
Sein Sound ist eine explosive Mischung aus Blues, Rock und Funk – unnachahmlich, kraftvoll und absolut authentisch. Mit dutzenden Alben und unzähligen Europatourneen hat sich Popa Chubby besonders in der französischsprachigen Blues-Community eine treue Fangemeinde aufgebaut.
Mehr über Blues-Legenden erfahren
Wer tiefer in die Welt des Blues eintauchen möchte, findet exzellente Ressourcen beim Blues Foundation Blues Hall of Fame sowie bei AllMusic's Blues Artist Profiles – zwei der renommiertesten Anlaufstellen für fundierte Bluesgeschichte im Netz.