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Die 10 größten Blues-Gitarristen aller Zeiten

Die 10 größten Blues-Gitarristen aller Zeiten

Jetzt schreibe ich den Blogbeitrag mit den gesammelten Informationen und verifizierten Links.


Wer die größten Blues-Gitarristen aller Zeiten nennen soll, betritt vermintes Gelände. Jede Liste ist subjektiv, jede Auswahl ein Statement. Und doch gibt es Namen, die in keiner ernsthaften Diskussion fehlen dürfen — Männer, deren Finger die Gitarre nicht nur spielten, sondern zum Sprechen brachten. Hier sind die zehn Gitarristen, die den Blues geformt, verbreitet und unsterblich gemacht haben.


1. Robert Johnson — Der Teufelspakt am Scheideweg

Kein Name steht so sehr für die Mystik des Blues wie Robert Johnson. Der Legende nach verkaufte er seine Seele am Crossroads — dem Scheideweg zweier Straßen in Mississippi — an den Teufel, um im Gegenzug sein überirdisches Gitarrenspiel zu erhalten. Ob Mythos oder nicht: Johnsons Entwicklung vom mittelmäßigen Anfänger zum technisch brillanten Meister des Delta Blues vollzog sich in erstaunlich kurzer Zeit.

Er nahm zwischen 1936 und 1937 lediglich 29 Titel auf. Aber Stücke wie Cross Road Blues, Love in Vain und Sweet Home Chicago haben Generationen von Gitarristen geprägt — von Eric Clapton bis Keith Richards. Rolling Stone platzierte ihn auf Platz fünf seiner Liste der 100 größten Gitarristen aller Zeiten. Für viele gehört er schlicht auf Platz eins.


2. Muddy Waters — Vater des Chicago Blues

McKinley Morganfield, bekannt als Muddy Waters, nahm den akustischen Delta Blues aus Mississippi mit nach Chicago und elektrifizierte ihn. Buchstäblich. Er steckte seine Gitarre in den Verstärker und erfand dabei den modernen Chicago Blues.

Sein unerschütterlicher Slidegitarren-Groove, sein tiefer Gesang und seine magnetische Bühnenpräsenz machten ihn zur wichtigsten Figur im Blues der Nachkriegszeit. Als er 1958 die britische Musikszene besuchte, waren junge Musiker wie die späteren Rolling Stones so erschüttert, dass sie sich seinen Bandnamen liehen. Alben wie Folk Singer (1964) und Muddy Waters at Newport 1960 sind Pflichtlektüre für jeden Blues-Fan.


3. B.B. King — Der König des Blues

Wenn es einen Titel gibt, der keine Diskussion braucht, dann ist es dieser: B.B. King war der König des Blues. Kein Gitarrist hat das Vibrato so vollendet beherrscht wie er, kein anderer hat aus einer einzelnen Note so viel Ausdruck gezogen. Seine Gitarre "Lucille" — immer eine schwarze Gibson ES-355 — war sein Markenzeichen und sein Gesprächspartner auf der Bühne.

Mit über 15.000 Konzerten in seiner Karriere war King nicht nur Künstler, sondern lebende Botschaft: Der Blues lebt, der Blues reist, der Blues überlebt. Laut Blues Foundation's Hall of Fame gehört er zu den einflussreichsten Inductees seit Gründung der Ruhmeshalle im Jahr 1980.


4. Albert King — Der Linkshänder mit dem Rechtshändersound

Albert King spielte eine rechtshändig besaitete Gitarre linkshändig — und das ohne die Saiten umzuspannen. Das Ergebnis war ein einzigartiger Zug-Ton, den kein anderer replizieren konnte. Sein Einfluss auf Stevie Ray Vaughan ist so offensichtlich, dass Vaughan ihn selbst als wichtigsten Lehrmeister bezeichnete.

Born Under a Bad Sign (1967) ist eines der meistgecovert Songs der Blues-Geschichte. Clapton, Hendrix, Cream — alle haben ihn gespielt. Albert King klingt dabei auf dem Original besser als alle Versionen zusammen.


5. T-Bone Walker — Der elegante Pionier

Aaron Thibeaux Walker, genannt T-Bone, war seiner Zeit so weit voraus, dass viele ihn erst Jahrzehnte später richtig einordneten. Bereits in den 1940er-Jahren spielte er elektrische Gitarre mit einem Jazzeinfluß und einer Bühnenpräsenz — darunter das berühmte Gitarrespiel hinter dem Kopf — die später Jimi Hendrix zugeschrieben wurden.

Er verband Texas Blues, Jump Blues und sophistizierten Stadtsound zu einem eigenen Stil. Call It Stormy Monday ist ein Klassiker, der nie veraltet. T-Bone Walker ist der unsichtbare Faden zwischen Louis Jordan und B.B. King.


6. Elmore James — König der Slidegitarre

"The Sky Is Crying" — schon der erste Akkord verrät, wer hier spielt. Elmore James' aggressive, elektrische Slidegitarre war so charakteristisch, dass man sie aus tausend Gitarren herausgehört hätte. Er baute auf Robert Johnsons Dust My Broom auf und machte daraus sein Lebenswerk: einen hochgespannten, fast aggressiven Slide-Stil, der den Blues in Richtung Rock'n'Roll trieb.

Bands wie Fleetwood Mac, die Rolling Stones und Led Zeppelin haben seinen Einfluss offen anerkannt. Elmore James starb 1963 mit nur 45 Jahren — kurz bevor der britische Blues-Boom seine Musik weltweit bekannt machte.


7. Buddy Guy — Die lebende Legende

Es gibt nur wenige Gitarristen, die Jimi Hendrix zu Lebzeiten als Inspiration erwähnt haben. Buddy Guy ist einer davon. Der Louisiananer mit dem Polka-Dot-Gitarren-Look hat die Brücke zwischen Chicago Blues und modernem Rock-Blues gebaut wie kein anderer.

Sein Spiel ist explosiv, unberechenbar, voller Überraschungen — manchmal verlässt er die Bühne mitten im Solo und spielt sich durch das Publikum. Sein Club Buddy Guy's Legends in Chicago ist seit Jahrzehnten eine Pilgerstätte für Blues-Fans aus aller Welt. Mit Alben wie Damn Right, I've Got the Blues (1991) bewies er, dass Blues auch im Zeitalter der Grunge-Gitarren relevant bleiben kann.


8. Freddie King — Der vergessene König

Drei Könige gibt es im Blues: B.B., Albert und Freddie. Freddie King ist oft der dritte in der Reihenfolge der Bekanntheit — aber keinesfalls der dritte in der Reihenfolge der Brillanz. Sein Instrumentalstück Hideaway (1961) gehört zu den meistgespielten Blues-Stücken überhaupt.

Eric Clapton und Peter Green ließen sich offen von ihm inspirieren. Sein Tone — kraftvoll, roh, direkt — hatte eine Energie, die andere nur anstrebten. Freddie King starb 1976 mit 42 Jahren. Die Musik überlebt ihn bei weitem.


9. Stevie Ray Vaughan — Die texanische Flamme

In einer Zeit, in der synthetischer Pop die Charts dominierte, holte Stevie Ray Vaughan die Gitarre zurück ins Rampenlicht. Seine Version von Voodoo Chile, seine eigenen Kompositionen wie Pride and Joy und Texas Flood — all das klang gleichzeitig nach Vergangenheit und Zukunft.

Was sein Spiel auszeichnete: schwere Saiten (.013er), tiefer gestimmte Gitarren, ein brutaler Anschlag — und trotzdem mehr Seele als technische Kälte. Sein Tod 1990 bei einem Hubschrauberabsturz hinterließ eine Lücke, die bis heute niemand gefüllt hat. Er ist das überzeugendste Argument dafür, dass Authentizität kein Stilmittel ist, sondern eine Lebenshaltung.


10. Son House — Die Wurzel aller Wurzeln

Ohne Son House gäbe es keinen Robert Johnson, ohne Robert Johnson keinen Muddy Waters, ohne Muddy Waters keine Rolling Stones. Son House ist die Wurzel, auf der der gesamte Blues-Stammbaum wächst. Sein roher, spiritueller Slidegitarren-Stil verbindet Blues und Gospel auf eine Weise, die auch heute noch elektrisiert.

Stücke wie Death Letter und Preachin' Blues wurden erst Jahrzehnte nach ihren Entstehungen populär, als junge Musiker der 1960er-Jahre Son House wiederentdeckten und ihm überwältigende Ovationen bei Folk-Festivals gaben. Das Britische Blues-Phänomen wäre ohne Männer wie ihn undenkbar gewesen.


Was diese Gitarristen gemeinsam haben

Keiner dieser Männer spielte Blues, weil es trendy war. Sie spielten, weil sie nicht anders konnten — weil die Musik ein Ventil für Erfahrungen war, die Worte allein nicht fassen konnten. Das ist das Geheimnis des Blues: Er kommt von einem Ort, den man nicht im Studio findet, sondern im Leben selbst.

Die Liste der größten Blues-Gitarristen aller Zeiten ist zwangsläufig unvollständig. Hubert Sumlin, der jahrelang hinter Howlin' Wolf spielte und Legionen von Gitarristen beeinflusste. Magic Sam, Junior Wells, Guitar Slim — jeder hätte eine eigene Nummer verdient. Aber die zehn Namen auf dieser Liste sind das Fundament, auf dem alles andere ruht.

Wer Blues verstehen will, fängt mit ihnen an.